Projektkurs

Der “Projektkurs Geschichte/Kunst” hat sich zum Abschluss in einer Projektwoche mit dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus beschäftigt. Nach einer Stufenfahrt zum Konzentrationslager Auschwitz im Herbst 2017 waren die Schüler/innen sehr motiviert. Einzeln oder in kleinen Gruppen wählten sie Themen, mit denen sie sich intensiv befassten und erarbeiteten dazu eine eindrucksvolle Gesamtpräsentation, die auf der Bühne unserer Schule gezeigt wurde.

„Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart…“ (Richard von Weizsäcker, 1985)

Der Projektkurs Geschichte/Kunst hat sich mit dem Nationalsozialismus und dem Gedenken an die Opfer auseinandergesetzt. Es spielt keine Rolle wie oft man sich schon im Unterricht oder außerhalb über das düsterste Kapitel deutscher Geschichte befasst hat, es gibt immer wieder neue Perspektiven und neue Informationen, was die Themenfindung gerade so schwer gemacht hat. Jedoch konnten wir uns auf unserer Studienfahrt nach Polen zum Konzentrationslager Auschwitz, die uns Frau Moers-Hisge und Herr Brandmann ermöglicht haben, Inspiration holen. Die Stufenfahrt hat uns alle sehr berührt, was sich vor allem in unserer Arbeitsmotivation und schließlich in der Präsentation widergespiegelt hat.

Unsere Präsentation, die von Stephan Becker und Kaja Budde moderiert worden ist, begann mit einem Kurzfilm von Giovanna Schullino über Auschwitz, der eigene Bilder und markante Zitate enthielt. Martin Smigelski, der selbst polnische Wurzeln hat, berichtete von den Ghettos und untersuchte ihre Funktion: Wartehallen des Todes?

Viele gesellschaftliche Gruppen und Minderheiten wurden von den Nazis als Feinde deklariert und sollten ausgelöscht werden, da sie kein Teil der Bevölkerung mehr sein sollten. Dazu zählten auch die Homosexuellen, die nicht nur während des Nationalsozialismus verachtet wurden, wie Denise Hansen in ihrer Arbeit berichtete. Den Nationalsozialisten zum Opfer gefallen, sind auch viele Kinder. Kinder, die so schwach waren, dass sie kaum noch laufen konnten, Kinder die schwer arbeiten mussten und schließlich aufgrund der Mengele- Experimente oder der Krankheiten, die in den engen Baracken schnell an andere übertragen worden sind, starben. Stephan Becker, der sich dieser Opfergruppe gewidmet hat, sagte dass wir selbst mal Kinder waren und wir eine Kindheit hatten, die Kinder im Konzentrationslager hingegen mussten um ihr Leben kämpfen. Unvorstellbar ist es also, dass einige überlebten. Doch, und das betont Anna Olzem, die sich mit den Überlebenden befasst hat, dass sie ihr Leben lang von den Erlebnissen, von dem was sie gesehen habe, traumatisiert sind.

Nun kommen wir zu einer Gruppe, die für all das Leid verantwortlich ist: die Täter. Ihre Schuld kann man nicht leugnen, ihre Taten nicht entschuldigen, dennoch versuchen ihre Motive zu verstehen und zu erklären. Wenn man all die Grausamkeiten hört, fragt man sich: Wie konnte sowas passieren? Was waren das für Menschen, die anderen so etwas antun? Ganz normale Männer? Dieser Frage, die sich an ein bekanntes Sachbuch anlehnt, ging Kaja Budde mithilfe dem Bericht über die Banalität des Bösen nach. Ein konkretes Beispiel über die Banalität des Bösen lieferte uns Michelle Förster: Rudolph Höß: ein lieber Familienvater oder doch das Monster von Auschwitz?

Es gab aber auch Menschen, die sich weigerten dem System zu folgen. Sie wollten ihre Freunde und Familie nicht im Stich lassen und waren so mutig, dass sie bereit waren sich selbst in Gefahr zu bringen um andere zu retten. Bei dem Zeitzeugengespräch mit Frau Gruszczynska, die erzählt hat, dass sie und ihre Familie ein jüdisches Mädchen gerettet haben, hat einige aus unserer Gruppe so beeindruckt, unter anderem auch Laura Schoß und Swetlana Schmitz, dass sie einige Beispiele anderer Helden vorstellten und diese in ihrem Kunstwerk verewigten . Ein Fotoalbum, das viele Fotos und einen kurzen Lebenslauf über die Personen beinhaltet, soll die „wahren Helden“ in Erinnerung behalten.

Auch wenn man mit dem Namen Göring etwas ganz anderes verbindet, wissen die aller wenigsten, dass er einen Bruder hatte, der ein „Judenretter“ war. Beyza Gümüs will mit ihrem Projekt an den vergessenen Bruder Albrecht Göring gedenken. Ihre selbstgemalten Bilder stellen einige Situationen dar, in denen er Juden geholfen hat.

Während unseres Aufenthaltes in Auschwitz waren wir in dem „Zentrum des Heiligen Maximilian in Harmeze“ untergebracht, das einen wahren Schatz unter der Kirche für uns bereithielt: Die Ausstellung des Künstlers und KZ-Auschwitz Überlebenden Marian Kołodziej, die so ausdrucksstark war, dass Canan Sayili beschloss in ihrer Arbeit noch näher auf seine Kunstwerke und sein Leben einzugehen. Eine Ausstellung über die in Auschwitz von Lagerinsassen erstellte Kunstwerke, hat Quentin Schulze-Thüsing zu seinem Thema geführt: Identitätsverlust. Den Menschen, die von den Nazis zu Nummern gemacht worden sind, sollten durch Kunst ihr Gesicht wiedererlangen.

Alex Trojan, Iman Abolhigaa und Tamara Kalinowski haben sich gefragt, wie man überhaupt gedenkt. Tamara hat einen fiktiven Brief von einem Sohn, der im Sonderkommando seinen alten Vater in die Gaskammer schickt, verfasst. Ihre Bilder zeigen eine ganze Familie vor dem Krieg und die Familie nach dem Krieg, den nur die Tochter überlebt hat. Mit ihrer Arbeit bringt sie uns näher an das Geschehen, an das persönliche Leid was viele, vor allem jüdische Familien erfahren mussten, und beschreibt die Entwicklung von der „Familienharmonie zur Abschlusssymphonie“. Alex und Iman erstellten einen 1,25 mal 2 Meter schwarzen Kasten, der zeigen soll, dass jeder anders und individuell gedenken kann und soll.

Den Abschluss unserer Präsentation bildeten Julius Weber, Lukas Grewe und Jerome Buttler, die auch historisch gesehen am Ende steht. Für sie war die Themenfindung rechts schnell klar, da sie persönlich mit dem Thema verbunden sind: sie haben selbst Vorfahren, die vertrieben worden sind.

Nach Kriegsende, besetzte die Sowjetunion Osteuropa und vertrieb die Deutschen, die alles verloren hatten, weiter in den Westen. Der Krieg hat viele Opfer gefordert, vor allem auf sowjetischer Seite. Die siegreiche Sowjetunion hat dementsprechend die Deutschen vertrieben, viele Menschen wurden vergewaltigt und getötet. Daher nun die Frage: Sind auch die Vertriebenen Opfer des Nationalsozialismus?

Abschließend kann man sagen, dass wir neben dem ganzen Stress in den letzten Wochen und Monaten auch viel gelernt haben. Gerade in Zeiten, wo Populismus und Nationalismus in einigen Teilen der Welt wieder an Beliebtheit zu gewinnen scheint, ist es besonders wichtig nochmal an die Vergangenheit zu erinnern und vor den Fehlern, die damals gemacht wurden, zu warnen und vor allem aus ihnen zu lernen. Wenn man vor Auschwitz steht ist man erschlagen. Es ist unglaublich wie groß das Gelände ist, dort wird einem erst die Zahl der Menschen, die dort ihr Leben verloren haben, bewusst. Mit einem sowohl entsetzten als auch betrübten Gefühl sagt man sich: Diese Tragödie darf sich einfach nicht wiederholen! Man muss sich daher immer wieder vor Augen führen wie es dazu kommen konnte und vielleicht selbst einen Blick in den Spiegel werfen und sich selbst fragen, wie man so was verhindern kann.

Vielen Dank an Herrn Brandmann und Herrn Scheufens, die uns, besonders in der Projektwoche unterstützt haben.

Von Kaja Budde




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