Eine Kreuzfahrt, die ist lustig…

Veröffentlicht am 2.7.2026

„Entwerft eine Rolle, die ihr gerne einmal spielen möchtet.“ So lautete der erste Arbeitsauftrag der Kursleiterin Kristina Kappe. Dass sie für diese Rolle einmal mit einem zugeordneten Partner eine Szene entwerfen und letztlich alle Szenen auf einer Kreuzfahrt inszenieren sollten, wussten die Schüler:innen damals noch nicht. Entstanden ist ein sehr kurzweiliges Theaterstück mit skurrilen Charakteren, das das Publikum oft dazu brachte laut herauszulachen.

Da waren der Kapitän und das bekannte Model, beide sehr von sich eingenommen, die beiden Agenten, die sich im schiffseigenen Frisörsalon gegenseitig enttarnen, oder die Malerin mit ihrem Agenten, die einem Lotto-Gewinner ein zerstörtes Gemälde als hohe Kunst unterjubeln. Natürlich hatte das Schiff auch einen Fitnessbereich, in dem ein Boxer auf einen Mann mit Tourette-Syndrom trifft, der ihn übel beschimpft und die esoterische Yogalehrerin, die versucht, den entstehenden Konflikt zu schlichten. Im Bordcafé bedient eine gelangweilte Angestellte einen Schwertkämpfer und einen Organhändler (der auf den Tod des ersten lauert, dann jedoch selber stirbt), während in einem Labor unter Deck eine manische Wissenschaftlerin, die an einem Trank zur Zerstörung der Welt arbeitet, von einem Drogendealer beliefert wird.

All diese verschiedenen Menschen treffen sich an Deck, als das Schiff droht unterzugehen, kämpfen um Plätze in den Rettungsbooten und landen letztlich auf einer einsamen Insel. Hier setzen sich die Frauen gegen die sehr stereotypen Rollenzuweisungen der Männer durch, alle arbeiten gemeinsam für das Überleben. Zuletzt werden jedoch alle durch den irrtümlich in die gemeinsame Suppe gemischten Killer-Trank der Wissenschaftlerin dahingerafft. Schade eigentlich um diese witzige Gruppe!

Die strikten Vorgaben durch Kristina Kappe und die kreative, engagierte Umsetzung durch die Schüler:innen haben dazu geführt, dass die jungen Schauspieler:innen über sich hinaus gewachsen sind und das Publikum einen sehr unterhaltsamen Abend hatte. 

von Ina Purcell