Freie Auswahl – ein Tag an dem man sich den Lernort aussuchen kann

Bei 120 Schüler/innen unserer Schule stand für einen Tag „Betriebsbesichtigung“ auf dem Stundenplan.

Für die meisten Betriebe wird es immer schwieriger geeignete Bewerber für freie Ausbildungsplätze zu finden. Viele Schüler/innen unserer Schule sind sich in der 9. Klasse noch nicht sicher, was sie einmal werden möchten. Gehen sie weiter zur Schule, oder wechseln sie in eine Ausbildung in einem Betrieb? Wenn sie sich für eine Ausbildung entscheiden: Welche ist die richtige und welcher Betrieb bietet sie an?

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Um sie bei diesen Fragen zu unterstützen, hat Heidrun Volkamer, Beratungslehrerin der Abteilung II, Betriebsbesichtigungen in 14 verschiedenen Unternehmen organisiert. Die Anbieter kamen aus ganz verschiedenen Bereichen. Das Seniorenhaus Lindenhof war bereit den Beruf des Pfleger/ der Pflegerin vor zu stellen. Die Dachser AG fühlte sich zuständig, um den großen Bereich der Logistik näher zu bringen. Der Erftverband Neuss zeigt die Berufsfelder, die in einem Klärwerk anzutreffen sind. Die Stadtwerke präsentieren ihren Fuhrpark. Richtig aufwändig war die Betriebsbesichtigung bei der Currenta AG. Hier fuhr ein Bus durch den Betrieb und Mitarbeiter stellten all die vielen Berufe vor, die das Unternehmen bietet. Ganz besonders wichtig ist es Jörg Schuhmacher, Ausbildungsleiter der Currenta AG, zukünftige Chemikanten zu finden. Da ist er auch schon mal bereit, ihnen bei der Bewerbung zu helfen.

Auf keinen Fall sollten sich die Jugendlichen an diesem Tag “einfach nur etwas ansehen”. Gefragt war die individuelle Entscheidung. Eine ganz besonders individuelle Wahl trafen vier Schüler/innen. Sie wollten unbedingt das Bestattungshaus Odenthal kennen lernen. Natürlich war es für die Schule nicht ganz einfach, all den Wünschen nachzukommen. „Aber es macht aus unserer Sicht keinen Sinn, wenn Schüler/innen einfach nur im Klassenverband eine Betriebsbesichtigung durchführen“, meint Sebastian Lehmkühler, Abteilungsleiter der Abteilung II. „Deshalb sind wir auch stolz darauf, dass wir ganz individuelle Wünsche berücksichtigen konnten.“

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„Für eine Reihe von Schüler/innen ist es eindeutig besser, von der Theorie in die Praxis zu wechseln. Viele Jugendliche haben viel Energie – aber können diese im Schulsystem nicht einsetzen. An einem anderen Lernort mit anderen Inhalten zeigen sie, was in ihnen steckt,“ meint Heidrun Volkamer, Beratungslehrerin der Gesamtschule an der Erft. „Viele Schüler/innen kommen aus dem Praktikum zurück in die Schule und sagen, dass sie am liebsten da geblieben wären. Das höre ich gerne, denn da wären sie auch nach der 10. Klasse oft besser aufgehoben. Für manche wird die Schulbank wirklich unbequem – aber trotzdem schaffen sie den Absprung in das Berufsleben nicht.“

Die Gründe dafür sind vielfältig. Das Berufsangebot ist so riesig geworden, dass man sich nur schwer orientieren kann. Die meisten Jugendlichen haben fast Panik davor, sich mit 16 oder 17 Jahren schon für die Zukunft festzulegen. Außerdem wissen viele gar nicht, wie der Alltag in den unterschiedlichen Unternehmen wirklich aussieht. „Natürlich führen wir Praktika durch. Zwei Wochen stehen Ende des achten Jahrganges und zwei im neunten Jahrgang auf dem Programm. Aber wenn die Schüler/innen da nicht das Richtige gefunden haben fehlt ihnen noch die Orientierung, wenn sie sich im 10. Jahrgang bewerben wollen.

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In der Tat gibt es viele Möglichkeiten sich zu orientieren. Zum Beispiel bei der Bundesagentur für Arbeit. Aber auch viele andere Internetseiten geben die Möglichkeit die eigenen Stärken und Schwächen zu prüfen, um dem Traumberuf näher zu kommen. Während die Theorie für Jugendliche grau bleibt, so ist es etwas ganz anderes, wenn man vor Ort spürt, ob das der passende weitere „Lernort“ ist. Aber selbst, wenn der Schüler oder die Schülerin dann weiß, wo sie gerne hin gehen möchte, ist es immer noch schwierig sich zu bewerben.

In Zeiten in denen es immer schwieriger wird, zukünftige Fachkräfte zu finden, kommen die Betriebe den Schüler/innen inzwischen auf dem Weg entgegen. Manche Unternehmen legen nicht mehr so viel Wert auf die perfekte Bewerbung. Wichtiger ist ihnen das Interesse an der Tätigkeit und die Fähigkeit Ausdauer zu zeigen. Alles weitere ergibt sich dann im Ausbildungsverhältnis.


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