Kreativ-Künstlerische Projekte 

Día de los Muertos: Sterben. Tod. Gedenken.

Sterben, Tod und Gedenken sind Themen, mit denen sich junge Menschen nicht jeden Tag auseinandersetzen, die sie aber gleichwohl berühren und ihre Phantasie und Kreativität in ungeahnte Bahnen zu lenken vermögen. Im Sommer 2007 entstand bei einem ersten Kontakt mit dem Mönchengladbacher Künstler Vaago Weiland, der bereits vor einigen Jahren ein Skulpturenprojekt mit Schülerinnen und Schülern unserer Schule durchgeführt hatte, die Idee zu einer interkulturellen Projektarbeit zu dem Themenkomplex „Sterben. Tod. Gedenken.“ Die Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach hatte unterschiedliche Einrichtungen und Institutionen aufgerufen, Projekte zu entwickeln und zu realisieren, die am 3. November 2007 in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden sollten. Auch Künstler(innen) aus Mexiko hatten ihre Teilnahme zugesagt. Der mexikanische Día de los Muertos war einer der inhaltlichen Schwerpunkte der Ausstellung.

Mexiko – ein Land, das unter verschiedenen landeskundlichen Aspekten im Rahmen des Zentralabiturs im Spanischunterricht der gymnasialen Oberstufe eine wichtige Rolle für unsere Schüler(innen) spielt. Nun ergab sich die Gelegenheit, das Mosaik um einen weiteren Stein zu ergänzen, nämlich um den Día de los Muertos, den Tag der Toten, der in Mexiko jedes Jahr vom 31. Oktober bis zum 2. November gefeiert wird und nach dem Urteil der UNESCO zu den „Meisterwerken des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ gehört. Unter der Leitung von Petra R. Stremer und Martin Scheufens entwickelten die Schüler(innen) des Abiturjahrgangs 2009 am Ende der 11. Jahrgangsstufe aus der Beschäftigung mit eben diesem Día de los Muertos heraus zahlreiche Projektideen, die in ihrer Freizeit am Wochenende oder nach dem Unterricht und in der Projektwoche am Ende des Schuljahres geplant, skizziert und in der 12. Jahrgangsstufe endlich auch verwirklicht wurden. Die Arbeiten offenbarten ein schier unerschöpfliches Reservoir an Phantasie und Kreativität, aber auch an Talenten und Begabungen, die im Schulalltag oft viel zu selten gewürdigt oder manchmal auch leider gar nicht erst entdeckt werden.

Als Bausteine für das Projekt entstanden in Gruppenarbeiten, an denen alle Schüler(innen) des Jahrgangs beteiligt waren, ein dokumentarischer Kurzfilm, ein kleines Kammerspiel, Gedichte in sieben Sprachen, ofrendas, Totenkopfmasken, zwei Musikstücke und ein 2 × 20 Meter großes Wandbild.

Der Kurzfilm stellte als Spielfilm islamische Rituale zu „Sterben. Tod. Gedenken.“ vor. Die aus drei verschiedenen Ländern stammenden Darsteller(innen) erzählten von der Begleitung einer Sterbenden, der Zeit der Trauer und dem Gedenken an Verstorbene vierzig Tage später.

In ihrem kleinen Kammerspiel begaben sich die jungen Leute auf eine Reise um die Welt, die Dank vieler Mitschüler(innen) aus unterschiedlichen Ländern recht „klein“ geworden ist. Der Protagonist erfuhr in einer langen Traumsequenz viel Neues und Unerwartetes über Begräbnis- und Trauerrituale zum Beispiel in Russland, Mexiko und der Türkei.

In den bewegenden Gedichten ging es nicht nur um die Auseinandersetzung mit dem Sterben, dem Tod und dem Gedenken, sondern auch um die Frage nach dem Sinn, der sich vielleicht hinter all dem verbirgt. Die Schüler(innen) trugen ihre Gedichte in sieben verschiedenen Sprachen vor. Diese Vorträge wurden während der Präsentation der ofrendas eingespielt.

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Ofrendas spielen während des Día de los Muertos eine zentrale Rolle beim Gedenken an die Toten, spiegeln sie doch durch ihre Pracht und die Güte der Gaben die Liebe der Lebenden für die Gegangenen. Die Schüler(innen) schufen zwei ofrendas, von denen die eine den toten Kindern dieser Erde und die zweite Prinzessin Diana gewidmet war. Zum farbenprächtigen Schmuck dieser Altäre gehörten selbst hergestellte Blumen, verzierte Kerzenhalter und Kerzen, Kreuze, Totenköpfe und Knochen aus unterschiedlichen Materialien, selbst gebackenes Brot und andere Lebensmittel. In Mexiko werden auf diese Weise die Toten in die Welt der Lebenden eingeladen, und die ofrendas werden in Wohnungen, aber auch auf öffentlichen Plätzen aufgebaut. 

Der Día de los Muertos in Mexiko stand auch Pate bei der Gestaltung der Totenkopfmasken. Aus den modellierten bleichen Rohlingen entstanden zahlreiche farbenprächtige und kunstvoll geschmückte Totenköpfe, die den Betrachtern geradezu entgegenstrahlen.

Passend zum Thema des Projekts komponierte eine Gruppe von Schülern zwei Musikstücke für verschiedene Instrumente. Kulturelle Unterschiede im Umgang mit Sterben, Tod und Gedenken spiegeln sich unter anderem in einem Mix aus verschiedenen musikalischen Stilrichtungen wider. Die Schüler spielten Klavier, Keyboard, Schlagzeug, Cajón, mehrere Gitarren, Trompete und unterschiedliche Rhythmusinstrumente. Beide Stücke wurden während der Abiturfeier des Jahrgangs im Sommer 2009 noch einmal vorgetragen.

Der einzige Projektbaustein, an dessen Umsetzung alle Schüler(innen) des 12. Jahrgangs gemeinsam beteiligt waren, ist das Wandbild mit dem Titel Caras de la Muerte, Gesichter des Todes. Es entstand aus der Auseinandersetzung mit den monumentalen Fresken von Diego Rivera heraus. Seine murales zieren zahllose öffentliche Gebäude und Kirchen in Mexiko und erzählen die bewegte Geschichte des Landes. Rivera zählt zu den bedeutendsten Malern des letzten Jahrhunderts. Im Gegensatz zu den Werken seiner Frau Frida Kahlo können seine jedoch nicht ausgestellt werden, denn Fresken sind nun mal nicht transportabel. Aus diesem Grund entschieden sich die Schüler(innen) gegen ein Fresko, denn ihr Werk sollte auf der Ausstellung in der Hochschule Niederrhein gezeigt werden. Monumental ist das Gemälde trotzdem geworden. Ursprünglich DIN A4 große Skizzen wuchsen sich aus zu 2 × 2 Meter großen farbenprächtigen Malereien auf Leinwand, die in der Zusammenschau zum roten Faden der Beschäftigung mit dem Tod in unterschiedlichen Kulturen werden, die aber auch jede für sich Geschichten erzählen.

Der Eyecatcher der zweiten Mönchengladbacher Kulturnacht war wenige Wochen später auch im Landestheater Neuss zu sehen und ist heute im C-Trakt unseres Schulgebäudes zu bestaunen.

Die vielfältigen phantasievollen Resultate dieser Projektarbeit, die sich über mehrere Monate hinzog, zeigen auf beeindruckende Weise, dass sich Einsatz und Ausdauer auszahlen. Dabei konnten sich alle Beteiligten auf die tatkräftige Unterstützung der beiden Schulleiter, Ralf Kimmel und Willi Breuer, und auch auf die großzügige finanzielle Hilfe des Fördervereins der Schule verlassen. Die Schüler(innen) des Abiturjahrgangs 2009 waren zwar nicht immer unermüdlich, aber Motivationslöcher an so manchem Wochenende stopften sie schnell mit Kuchen, Cola und Limo. Belohnt wurden sie nicht nur mit breiter öffentlicher Anerkennung über die Grenzen der Schule hinaus, sondern auch mit einem aussagekräftigen Zertifikat der Hochschule Niederrhein.
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Schulprogramm: 60 Minuten Unterricht, Soziales Lernen, Inklusion, Förder- und Forderkonzepte, Fremdsprachenkonzept, Comenius-Projekt, Themen- und Projektwochen, Kooperationen mit Ausbildungsbetrieben und Vereinen