Edelweißpiraten - Lesung von Dirk Reinhardt

Dirk Reinhardt ist ein Jugendbuchautor, der sich in seinen Romanen historischer oder aktueller Begebenheiten annimmt und diese mit Hilfe von erdachten Charakteren für die Jugendlichen in spannende Geschichten verwandelt. Zu einer Lesung aus seinem Buch “Edelweißpiraten” kam er zu uns an die Schule. Das Buch, in dem es um die gleichnamige Widerstandsbewegung zu Zeiten der Nationalsozialisten geht, beruht auf historischen Tatsachen, die handelnden Personen sind jedoch frei erfunden. Bei den Edelweißpiraten handelte es sich um eine weniger bekannte Gruppierung, die zunächst völlig unpolitisch war. Die Jugendlichen im Alter von 14 - 17 Jahren versuchten lediglich, abseits von der Arbeit in der Rüstungsindustrie und dem Drill der Hitlerjugend, ein Stück persönliche Freiheit aufrecht zu erhalten und ihre wenige Freizeit selbstbestimmt zu gestalten. So nahmen sie nicht an den obligatorischen Veranstaltungen der Hitlerjugend teil, sondern organisierten ihre eigenen Ausflüge, sangen ihre eigenen Lieder. Dieses unangepasste Verhalten zog bald die Aufmerksamkeit der SS auf sich. Die ausgeübten Repressalien und die massive Gewalt, die die Jugendlichen erfuhren, führten zu einer Politisierung einiger Edelweißpiraten, wie z. B. der größten Gruppierung in Köln, von der der Roman handelt. In Form eines Tagebuches beschreibt der Widerstandskämpfer Josef Gerlach seine Erlebnisse bei Ausflügen, aber auch politischen Aktionen mit seiner Gruppe sowie seine Erfahrungen im Gestapo-Gefängnis.

Nach Lesung einiger wichtiger Ausschnitte des Buches, stellte sich Dirk Reinhardt den Fragen seines jungen Publikums. Die Schüler/innen ergriffen die Gelegenheit und stellten so viele Fragen, dass die Veranstaltung letztlich verlängert werden musste. Sie interessierten sich für die Herkunft des Namens “Edelweißpiraten” und erfuhren, dass dieser von einem Schimpfwort der Nazis abgeleitet war, die unangepaßte Jugendliche als Piraten bezeichneten. Das “Edelweiß” ist auf das Erkennungszeichen zurückzuführen - eine Anstecknadel der Gebirgsjäger, die leicht zu beschaffen und unverfänglich war und so von den Edelweißpiraten zweckentfremdet wurde.

Auch persönliche Fragen musste der Autor beantworten. Unter anderem wurde er gefragt, für welche Organisation er sich wohl entschieden hätte - Hitlerjugend oder Edelweißpiraten? Reinhardt erzählte daraufhin von einem älteren Herrn, den er bei einer Lesung in Dortmund kennengelernt hatte und der von seiner Verhaftung und Misshandlung durch die Gestapo nach seinem allerersten Treffen bei den Edelweißpiraten berichtete. Danach habe er sich nie wieder getraut, an einem Treffen teilzunehmen, erzählte er. Dieses Beispiel zeigt, wie viel Mut es gekostet haben musste, sich einer solchen Widerstandsgruppe anzuschließen. Aus heutiger Sicht ist kaum möglich zu sagen, wie man sich damals entschieden hätte.

Um so wichtiger ist es für junge Menschen, sich auch heute mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Die Freiheiten, die unsere stabile Demokratie uns gibt, erscheinen durch den historischen Kontrast umso wertvoller. Für eine “Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage” eine wichtige Veranstaltung! Vielen Dank den Organisatoren Sarah Sommer und Maria Bisping.

 


 


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